Letzte Pressemitteilung
Darmstadt, 26. März 2010
Internationale Wochen gegen Rassismus:
Bisher größte Beteiligung
Der vom Interkulturellen Rat veröffentlichte Veranstaltungskalender zu den diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus verzeichnet bundesweit mehr als 900 Veranstaltungen in fast 300 Städten und Gemeinden. Die diesjährige Kampagne vom 15.-28. März 2010 war damit die umfangreichste und vielfältigste in der Geschichte der Aktionswochen.
Insbesondere zivilgesellschaftliche Akteure wie Schulen und Volkshochschulen, Sportvereine, Gewerkschaften, Betriebe und lokale Initiativen haben die diesjährigen Wochen gegen Rassismus mit großem Engagement und viel Kreativität zu einem Erfolg werden lassen. Immer mehr Städte und Gemeinden stellen eigene Veranstaltungsprogramme zusammen: Das Referat für Migration und Integration der Stadt Leipzig erarbeitete ein Programm mit 35 Veranstaltungen, der Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen hat zwölf Veranstaltungen initiiert und ein Zusammenschluss von Jugendeinrichtungen der Stadt Saarbrücken hat mit einem vielfältigen eignen Programm gezeigt, dass sich insbesondere auch junge Menschen für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft einsetzen. Dort hat der Saarländische Ministerpräsident Peter Müller die Schirmherrschaft übernommen und damit einen Kontrapunkt zur sonst eher zurückgehenden Beteiligung von Politikerinnen und Politikern gesetzt.
In den Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen wurden vorwiegend aktuelle gesellschaftliche Debatten wie die prekäre soziale Situation von Flüchtlingen und Geduldeten, die eingeschränkten Partizipationsrechte für Migrantinnen und Migranten und die soziale Ausgrenzung von Minderheiten aufgegriffen. Vielerorts setze man sich mit Antisemitismus, Antiziganismus und insbesondere mit antimuslimischem Rassismus auseinander. Lediglich eine Veranstaltung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie in Haltern am See zum Thema „Rechtsextremismus“ wurde von dreißig Neonazis gestört, die im Saal das Lied der Hitlerjugend anstimmten und die schwarz-weiß-rote Flagge präsentierten.
Der große Erfolg der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus ist auch ein Verdienst der mehr als sechzig Kooperationspartner, Sponsoren und Unterstützer des Projekts. Die Unterstützung durch zahlreiche Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft macht deutlich, dass wirtschaftliches und soziales Engagement beim Einsatz gegen Rassismus zusammengeführt werden können.
gez. Britta Graupner, Projektreferentin
Hintergrund: Im Jahr 2010 jährte sich das „Massaker von Sharpeville“, bei dem am 21. März 1960 in Südafrika 69 friedliche Demonstranten erschossen wurden, zum fünfzigsten Mal. Seit 1979 veranstalten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Gedenken an das Massaker alljährlich Wochen der Solidarität mit den Opfern und Gegnern von Rassismus.

